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Leitverse: 3. Mose 2,4-9
3Mo 2,4-9: Und wenn du als Opfergabe eines Speisopfers
ein Ofengebäck darbringen willst, so soll es Feinmehl sein, ungesäuerte
Kuchen, gemengt mit Öl, und ungesäuerte Fladen, gesalbt mit Öl. Und wenn
deine Opfergabe ein Speisopfer in der Pfanne ist, so soll es Feinmehl sein,
gemengt mit Öl, ungesäuert; du sollst es in Stücke zerbrechen und Öl darauf
gießen: Es ist ein Speisopfer. Und wenn deine Opfergabe ein Speisopfer im Napfe
ist, so soll es von Feinmehl mit Öl gemacht werden. Und du sollst das
Speisopfer, das von diesen Dingen gemacht wird, dem HERRN bringen; und man soll
es dem Priester überreichen, und er soll es an den Altar tragen. Und der
Priester hebe von dem Speisopfer dessen Gedächtnisteil ab und räuchere es auf
dem Altar: Es ist ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem HERRN.
Die wahre und heilige Menschheit des Herrn Jesus sollte in den Zuneigungen
der Ihm ergebenen Gläubigen, angesichts des überhandnehmenden Unglaubens,
liebend bewahrt werden. Sie ist für das Christentum ebenso wichtig wie Seine
Gottheit - beides wird leider an maßgebender religiöser Stelle in Frage
gestellt. Aber gerade das geistliche Verständnis über eine menschliche Natur,
die ihr Wesen und ihre Stärke dem Heiligen Geist verdankte, befähigt uns, die
Freude Gottes an Ihm zu verstehen und unser Speisopfer als einen lieblichen
Geruch darzubringen (3Mo 2,9).
Die verborgenen Prüfungen, durch die Er zu gehen hatte, die sich den Blicken
der Öffentlichkeit entzogen, waren die tiefsten Seiner persönlichen Leiden,
mit Ausnahme Seiner Sühnungsleiden. Diese heiligen Dinge erfordern ein hohes
Maß von Geistlichkeit, um zu verstehen, wie in diesen verborgenen Prüfungen
die Vollkommenheit des Herrn ans Licht kam. Seine Gefühle und Empfindungen
waren so vollkommen wie Seine Werke und Seine Worte. Was muss es für Gott
gewesen sein, hier auf der Erde als Mensch Einen zu haben, der alles genau so
empfand, wie man es empfinden sollte. Wenn wir uns von Christus nähren
würden, wie Er uns in dieser Weise bekannt geworden ist, so würden wir
priesterliche Empfindungen bekommen.
Natürliche Gefühle verleiten uns, wenn wir geprüft werden, zu Ungeduld und
Aufregung; sie ermangeln einer Beziehung zu Gott und der Besonnenheit, die uns
Seine Gegenwart verleiht. Wir sind bevorrechtigt, Gott zu opfern, indem wir
Gemütsbewegungen und Empfindungen geistlich erfasst haben, die bei den
Prüfungen in Christus zum Vorschein kamen. Sie stehen in vollkommenem Gegensatz
zu allem, was dem natürlichen Menschen entspricht, waren aber für Gott
vollkommen wohlgefällig. Der Priester, der das Gedächtnisteil des Speisopfers
räuchert, hat es Gott voll heiliger und ehrfürchtiger Würdigung dargebracht
und sich davon zu seiner eigenen inneren Erhaltung genährt. Doch hierzu ist
sowohl für den Opfernden als auch für den Priester ein geistlicher Zustand
erforderlich, denn es ist "ein Hochheiliges von den Feueropfern des HERRN."
Zum Beispiel das zu erfassen, "worin er selbst gelitten hat, als er
versucht wurde," erfordert große Geistlichkeit (Heb 2,18). Das
tatsächliche Leiden, was es für Ihn war, versucht zu werden, kann nur von
jemand verstanden werden, der, zum mindesten in einem gewissen Maß, der
Heiligkeit Gottes teilhaftig ist.
- Wie sehr fühlte Er ständig Seine Verwerfung von Israel, und zwar, weil
sie Ihn verwarfen und
- weil Sein Herz wusste, was Seine Verwerfung für sie bedeutete.
- Wie fühlte Er ferner den Unglauben und den Mangel an Verständnis bei den
Seinen, der so häufig offenbar wurde,
- die Unfähigkeit derer, die Er liebte, auch nur eine Stunde mit Ihm zu
wachen,
- den Verrat des Judas;
- dann, dass Er auf Seinem Geist die Last jeder Schwachheit und Krankheit
trug, die Er durch Seine Kraft beseitigte - das kam in Seinem Seufzen über
den Tauben in Markus 7,34 und über den Unglauben jenes Geschlechts in
Markus 8,12 zum Ausdruck und auch darin, dass Er "tief im Geiste"
bewegt wurde angesichts des Elends und der Macht des Todes (Joh 11,33.38).
Alles dieses zeigt, wie schwer Er in Seinem Geist durch das geprüft wurde,
was Er durchzumachen hatte. Es war das, was allein die ungetrübte
Vollkommenheit des Herrn Jesus für das Wohlgefallen Gottes zum Vorschein
brachte.
- Eine noch schwerere Prüfung erwartete Ihn im Garten Gethsemane, wo Er den
ganzen Schrecken des Todes und dessen, was das Trinken des Kelches in sich
begriff, im voraus mit unsäglicher Seelenangst durchkostete. Doch was
brachte die Prüfung ans Licht? "Nicht mein Wille, sondern der deine
geschehe" (Lukas 22,42).
- Dann gab es Leiden, die mehr öffentlich waren, wie der tägliche
Widerspruch von Sündern
- sowie die mancherlei Arten offener oder versteckter Feindschaft, mit der
man Ihm entgegentrat, Ihn schmähte
- und die mancherlei Anforderungen, die man allenthalben an Ihn stellte.
Alles kann gesondert unterschieden und erkannt werden, dass es in der Kraft
des Heiligen Geistes geschah.
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