| Calvinismus / Arminianismus
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts spielte sich in den Niederlanden der bekannte
Streit innerhalb der reformierten Kirchen ab zwischen den Theologie-Professoren
Arminius und Gomarus und ihren Anhängern. Der Streit drehte sich vor allem um
die Auserwählung, den „freien Willen“, die Reichweite der Versöhnung und ähnliche
Themen. Während der berühmten Synode von Dordrecht (1618-19) wurden die
Arminianer hinausgeworfen, und damit gab es für ihre Denkrichtung keinen Platz
mehr innerhalb des niederländischen Calvinismus. Die Arminianer gingen ihren
eigenen Weg als die sog. Remonstranten, die heute beinahe ausnahmslos liberal
geworden sind. Aber sehr viele typisch „arminianische“ Auffassungen leben auch
heute noch in vielen evangelikalen Kreisen weiter.
Die Arminianer hatten eine berühmte
Anklageschrift eingereicht unter dem Namen „Remonstranz“, was so viel bedeutet
wie „Protest“ oder „Widerlegung“; daher auch der Name „Remonstranten“. In dieser
Protestschrift legten sie fünf Behauptungen vor, auf die die Calvinisten mit
fünf Antworten reagierten. Diese Antworten sind bekannt geworden als die „Fünf Punkte des Calvinismus“. Im Englischen beginnen diese fünf Punkte mit den
Buchstaben T,U,L,I und P, die zusammen das Wort tulip (=Tulpe) bilden.*
Diese fünf Punkte kann man wie folgt beschreiben:
|